Mehr als acht Millionen Urlauber pro Jahr versammeln sich hier, hauptsächlich in den Küstenorten. Mindestens so reizvoll ist jedoch das Hinterland mit den Kulturlandschaften und Verwaltungsbezirken Alt Empordà, Baix Empordà, Gironès und Selva. Mit mittelalterlich geprägten Dorfstrukturen, volkstümlichen Altstädten und bunten Wochenmärkten.

Magnetpunkt bleibt jedoch die Küste. Hobbytaucher sagen, am wildesten und schönsten sei sie eigentlich unter Wasser. Andere meinen, der Logenplatz für die Betrachtung der Costa Brava mit ihren ungezählten Kies- und Sandstränden sowie den oft bizarr ausgeformten Felsenbuchten, den Calas, läge auf einer Segelyacht. Das furiose Küstenszenario zwischen dem Leuchtturm von Roses, Cadaquès, Cap de Creus und El Port de la Selva ist tatsächlich eindrucksvoll. An diesem östlichsten Landmassiv der Iberischen Halbinsel hat der Begriff Costa Brava seine unbedingte Berechtigung. Hier versteht man plötzlich den 1904 in Figueres geborenen Maler Salvador Dalí, den diese wilde, von den Brechern des Mittelmeers unterspülte und ausgewaschene Küste zu surrealistischen Gemälden inspiriert hat.

Der Tourismus hat die Identität der Katalanen wenig beeinträchtigt. Mit Selbstbewusstsein pflegen sie in Wort und Schrift ihre Sprache, die während der Franco-Diktatur unterdrückt worden war. Auch bei den Volksfesten ist die katalanische Kultur höchst lebendig. Da tanzen die Menschen die aus dem Mittelalter stammende Sardana, diesen gemessenen, von Harmonie und Gemeinschaftsgefühl geprägten Reigentanz. Dazu spielt ein kleines Orchester, die Cobla, eine melancholische, manchmal dezent heitere Musik. Typisch sind auch die Castells: Junge und alte Mitbürger schließen sich in geradezu akrobatischer Manier zu einer viele Meter hohen Menschenpyramide zusammen. Auch dieser Brauch symbolisiert den katalanischen Gemeinschafts- und Freiheitssinn, außerdem die Kraft und Stärke praktischer Solidarität.

Es gibt viele Möglichkeiten,  Kultur und Traditionen der Costa Brava auf sich wirken zu lassen. Sei es, dass man einmal im Schatten der riesigen Platane auf der Plaça Mayor von Llançà eine Orxata de Xufla, eine Erdmandelmilch trinkt, die Dalí-Museen in Figueres, Púbol oder Port Lligat bei Cadaquès besucht, durch den Naturpark Aiguamolls d'Empordà streift oder sich im jüdischen Viertel der Provinzhauptstadt Girona treiben lässt. Die Küche in dieser Region zeichnet sich durch die gelungene Verbindung von Meeresfrüchten mit den Erzeugnissen aus der Bergwelt aus. Besondere Spezialitäten sind z. B.  Huhn mit Kronenhummern oder Langusten, Reis in Tinte vom Tintenfisch oder mit den verschiedensten Kombinationen von Meeresfrüchten sowie verteilt auf die einzelnen Regionen: die Steingarnelen von Palamós, Espardenyes (Seegurken), Gans mit Steckrüben oder Birnen, Sepia und Tintenfische.

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