Côte d'Azur
Diese Küste »spritzt vor lauter Licht«, schrieb einmal Kurt Tucholsky. Und tatsächlich, sie versprüht es
in tausend Farben, mild und warm: Pinien über roten Porphyrfelsen, das Gelb der Mimosen, das Lila der Lavendelbüsche und Veilchen rund um die Parfum-Stadt Grasse - dazu das Azur des Wassers, des Himmels und der dunstigen Seealpen im Hintergrund. Das Blau bildet unübersehbar den optischen Hauptakzent, und deshalb trägt die Region zwischen Toulon und Cannes ihren poetischen Namen auch ganz zu Recht: Côte d'Azur.
Dichter und Maler haben dieses Land verehrt und in ihren Werken verewigt. Doch in erster Linie bekannt geworden ist dieser Landstrich durch seine gediegenen bis exklusiven Seebäder wie St. Tropez, St. Raphaël, Nizza, Fréjus, Cannes oder das nahe Monte Carlo, durch Festivals und Filme, durch Skandale und Skandälchen, welche die hier urlaubende europäische Schickeria seit Jahrzehnten zuverlässig produziert.
Das hat viele »Normalbürger« hierher gezogen, und deshalb ist etwa St. Tropez schon lange nicht mehr so exklusiv wie früher. Im Sommer sind die
Badestrände proppevoll, die Preise erreichen Rekordniveau, an den Uferstrecken staut sich der Verkehr. Beim abendlichen Bummel über die Promenade des Anglais in Nizza wird es eng.
Da bleibt nur der
Rückzug ins Hinterland, hinauf in die Seealpen: Im weiten Umkreis zwischen dem Tal des Var, dem Nationalpark des Mercantour und dem mit seinen über 40.000 prähistorischen Felsritzungen bis heute rätselhaften Vallée des Merveilles bei Tende ist dieses Bergland noch immer ein »blinder Fleck« abseits der großen Tummelplätze.
Im Frühling geht es auch in den Traditionsbadeorten etwas ruhiger zu. Hinzu kommt ein
ungewohnter Klimakontrast: Wenn in Nizza oder Cannes die Mimosen blühen und man bei 15 Grad und Sonnenschein auf den Terrassen der Straßencafés im Freien sitzen kann, sind in den nahen Bergen die Skilifte in vollem Einsatz. Dann hat die Cote d'Azur eine »Farbe« mehr: das strahlende Weiß des Schnees.
Die
Küche ist in dieser Region besonders durch das Zusammenspiel von
Farben und Aromen geprägt und bietet somit ein Fest für die Sinne. Zutaten, welche zu fast jedem Gericht dazugehören sind: Tomaten, Olivenöl und Knoblauch. Diese bilden die Grundlage für die Verwendung von Thymian, Bohnenkraut, Rosmarin, Lorbeer und Salbei.
Insgesamt gibt es unzählige Varianten
sonnengereiftes Gemüse zuzubereiten. So sind Artichauts à la barigoule z. B. eine köstliche Vorspeisenvariante aus Artischockenblättern mit Weißwein, Olivenöl, Speck und Knoblauch.
Wenn man auf der Suche nach einem
idealen Mittagsgericht ist, wird man bestimmt nicht um die traditionelle Pissaladière (Zwiebelkuchen mit Sardellen und Oliven) herumkommen. Dieses Gericht stillt Ihren Hunger auf sehr angenehme Weise.
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